{"id":52,"date":"2022-01-27T10:09:14","date_gmt":"2022-01-27T10:09:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.arkana.at\/?page_id=52"},"modified":"2022-05-27T10:47:16","modified_gmt":"2022-05-27T10:47:16","slug":"vita","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.arkana.at\/es\/vita\/","title":{"rendered":"Vita"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.arkana.at\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/2017_Eggeling_Christina_3.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-200\" width=\"396\" height=\"355\" srcset=\"https:\/\/www.arkana.at\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/2017_Eggeling_Christina_3.jpg 719w, https:\/\/www.arkana.at\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/2017_Eggeling_Christina_3-300x270.jpg 300w, https:\/\/www.arkana.at\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/2017_Eggeling_Christina_3-13x12.jpg 13w, https:\/\/www.arkana.at\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/2017_Eggeling_Christina_3-540x485.jpg 540w\" sizes=\"auto, (max-width: 396px) 100vw, 396px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"in-den-fluss-springen-und-sich-die-krokodile-wegdenken\">In den Fluss springen und sich die Krokodile wegdenken<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Leben verl\u00e4uft bisweilen sehr spannend und abwechslungsreich. Gibt man sich seinem Fluss hin, und l\u00e4sst sich von ihm f\u00fchren, darf man sich immer wieder \u00fcber unerwartete Wendungen freuen. Ein kurzer \u00dcberblick:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>EIN<\/strong>&nbsp;Thema hat meine Kindheit entscheidend gepr\u00e4gt: Das Reisen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wann immer mein Vater zu einer seiner zahlreichen Gesch\u00e4ftsfahrten aufbrach, packte ich mein kleines blaues K\u00f6fferchen, setzte mich damit erwartungsvoll auf die R\u00fcckbank seiner Limousine und tr\u00e4umte von der gro\u00dfen weiten Welt &#8211; bis mich der Chauffeur dann unsanft aus dem Wagen bef\u00f6rderte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">W\u00e4hrend mein kleiner Bruder die M\u00e4rchenfiguren aus unseren Kinderzimmervorh\u00e4ngen schnitt, meine Schwester in ihrem Baumhaus \u00fcber ihre vermeintlich indianische Abstammung sinnierte und meine Mutter Monogramme in Servietten stickte, nahm ich mir vor, so schnell wie m\u00f6glich erwachsen zu werden.<a><\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>MIT<\/strong>&nbsp;zehn Jahren gelang es mir schlie\u00dflich der h\u00e4uslichen Beschaulichkeit zu entkommen &#8211; ich ging ins Internat. Obwohl ich als scheinbar einzige den monotonen Speiseplan des Hauses liebte, war ich doch hellauf begeistert, als mich mein Vater sechs Jahre sp\u00e4ter zu sich nach Peru holte, wo er nach der Trennung von meiner Mutter mittlerweile ein neues Leben begonnen hatte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach der Matura an der deutschen Schule in Lima hatte ich genug von der famili\u00e4ren Zweisamkeit und kehrte nach Europa zur\u00fcck um zu studieren. Mein Kunstprofessor hatte mir einen befreundeten Kollegen in Spanien empfohlen, und so f\u00fchrte mich mein Schicksal also nach Madrid.<a><\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>TROTZ<\/strong>&nbsp;der Tatsache das ich alleine in einem Land war in dem ich niemanden kannte und dessen Landessprache ich in Lima zwar wahrgenommen aber nie gesprochen hatte, stellte sich in mir spontan und unerwartet ein sehr befreiendes Gef\u00fchl ein &#8211; das Gef\u00fchl wiedergeboren zu sein, im Hier und Jetzt zu leben begonnen zu haben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mit zuvor nicht gekanntem Enthusiasmus und Lebensfreude fand ich nicht nur rasch einen sehr liebevollen Freundeskreis (3. Tag), sondern \u00fcberstand noch dazu einen absurd diletantischen Bank\u00fcberfall (4. Tag) und fand eine leistbare kleine Wohnung (7. Tag) &#8211; mein Neustart kam mir gesegnet vor.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auf meinen gelegentlichen Erkundungsz\u00fcgen durch Madrid, trieb mich eines Tages die Hitze in eine kleine h\u00fcbsche und vor allen Dingen klimatisierte Gallerie, in der ein schon ergrauter, vollb\u00e4rtiger Bildhauer die Arbeiten eines jungen Madrilenen ausstellte. Als ich die Bilder an den W\u00e4nden sah, staunte ich \u00fcber das Kribbeln das sich in meinem Bauch breitmachte und mein Herz schneller klopfen lie\u00df. Die Ausstellung trug den Titel &#8222;Meditation \u00fcber die 22 gro\u00dfen Arkana&#8220;, und die Intensit\u00e4t der Farben und der Symbolik hat sich bis heute in mein Bewu\u00dftsein eingebrannt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich hatte noch nie von Tarot geh\u00f6rt und wu\u00dfte eigentlich nicht worauf mein Inneres so stark reagierte, eines war mir aber klar: nie zuvor hatte mich Kunst so ber\u00fchrt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Am n\u00e4chsten Tag kaufte ich mein erstes Tarot Kartenset, das von A. Crowley, das in seiner k\u00fcnstlerischen Ausarbeitung der des jungen Madrilenen sehr \u00e4hnlich war, und begann mir selbst die Karten zu legen. \u00dcber Legesysteme und Interpretationen wu\u00dfte ich nicht viel mehr als in dem B\u00fcchlein stand, das dem Set beigelegt war.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Anders als an der Schule in Mathematik oder Physik, war es mir ein Leichtes die &#8222;Ordnung&#8220; und &#8222;Gesetze&#8220; der Karten zu verstehen. Zusammenh\u00e4nge taten sich auf ohne mein Gehirn, das mir von Kindheit an zu benutzten nahegelegt wurde nur zu ber\u00fchren und ich lernte meine gro\u00dfe Helferin die Intuition kennen. Sie und mein erstes Kartenset begleiten mich bis heute.<a><\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>NACHDEM<\/strong>&nbsp;ich einige Monate neben meinem Studium ausschlie\u00dflich mir selbst die Karten gelegt hatte, lernte ich Do\u00f1a Elvira Esteban kennen. Sie war keineswegs eine Kartenlegerin wie man sie in Spanien kennt, keine &#8222;Gitana&#8220; im buntem, zerschlissenem Kleid, die einem auf der Stra\u00dfe nachlief und irgendwas von Gl\u00fcck in der Liebe und f\u00fcnf weiteren Kindern raunte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Do\u00f1a Elvira war die Witwe eines Generalissimo, der ihr eine h\u00fcbsche Pension und eine gro\u00dfe, vergilbte Wohnung im Zentrum von Madrid hinterlassen hatte. Dort lebte sie im 5. Stock allein mit ihrem B\u00fcchern und alten Schallplatten und gen\u00fcgte sich selbst. Ich sprang damals f\u00fcr eine Freundin, die einmal pro Woche f\u00fcr sie einkaufen ging ein und blieb bei ihr, zumindest f\u00fcr die n\u00e4chsten drei Jahre.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sie wurde meine Meisterin, mein Guru wenn man so will. Ich lernte viel von ihr; wie man mit M\u00e4nnern umgehen sollte, damit sie einem treu blieben, wie man richtig guten Kaffee zubereitet und wie man Karten legt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich glaube an den Zufall im alten Sinn, da\u00df man das vom Leben bekommt, das einem zufallen soll, ganz so wie es dem Schicksal gef\u00e4llt. Do\u00f1a Elvira fiel mir zu oder ich ihr, ohne das ich sie bewu\u00dft gesucht h\u00e4tte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Da ich kein Geld hatte um sie f\u00fcr ihren Unterricht zu bezahlen, schleppte ich Einkaufstaschen, wusch das Geschirr und die W\u00e4sche. Sie daf\u00fcr wies mich in die Geheimnisse des Lebens ein indem sie mir die Karten legte und anhand der Bilder Geschichten erz\u00e4hlte. Ob sie hellseherisch veranlagt war wei\u00df ich nicht, aber sie konnte auf mich eingehen, schien zu wissen was mir fehlte und was in mir vorging, f\u00fchrte mich auf sehr angenehme Weise immer wieder zu einer T\u00fcre hinter der dann meist eine neue Erkenntnis wartete.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Entscheidende Schritte wie zum Beispiel die T\u00fcre zu \u00f6ffnen \u00fcberlie\u00df sie mir, was mich nat\u00fcrlich anfangs verunsicherte. Schlie\u00dflich war ich doch froh endlich F\u00fchrung und Halt gefunden zu haben. Aber so lernte ich von ihr, Hilfestellungen zwar anzunehmen, im entscheidenden Moment jedoch in mich hinein zu horchen und dieser meiner Stimme und meinen Bildern zu vertrauen.<a><\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>VIEL<\/strong>&nbsp;sp\u00e4ter in Wien dann, als ich die B\u00fccher von Hajo Banzhaf, dem deutschsprachigen Meister des Tarot zu lesen begann, hatte ich dasselbe Gef\u00fchl wie bei Do\u00f1a Elvira. Auch er ist ein Lehrer, der Sch\u00fcler und Klienten dazu ermuntert, den eigenen Weg zu finden. Auch bei den Karten verh\u00e4lt es sich nicht anders. Banzhaf schreibt in der Einleitung zu seinem Tarotbuch: <em>&#8222;Tarot ist ein guter Diener &#8211; aber ein schlechter Herr.&#8220;<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Heute verstehe ich, weshalb mich Do\u00f1a Elvira nach drei Jahren einfach entlie\u00df. Ohne viele Worte zu machen hatte sie eine andere Studentin mit ihren Auftr\u00e4gen betraut und meinte zu mir, die ich ohnehin an meiner Doktorarbeit schrieb, ich solle mich nun ganz auf den Abschlu\u00df meines Studiums konzentrieren. Ohne Wehmut, zumindest schien es mir so, verabschiedete sie mich, sagte nur, ich solle doch nach meiner Dissertation wieder zum Kaffee vorbei kommen. Dazu kam es nicht &#8211; und sie hatte es bestimmt schon vorher gewu\u00dft. Richtig Abschied zu nehmen habe ich von ihr gelernt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>HARD FACTS:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich arbeite seit mehr als 25 Jahren als Tarotberaterin, bin aber auch bildende K\u00fcnstlerin, promovierte Kunsthistorikerin und Historikerin mit Schwerpunkt Mittelalter.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Neben verschiedenen Weiterbildungsseminaren bei Hajo Banzhaf, habe ich 2016 die Channeling-Ausbildung bei Rhiannon Augenthaler absolviert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Seit 2020 bin ich ausgebildete Lebens- und Sozialberaterin.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In den Fluss springen und sich die Krokodile wegdenken Das Leben verl\u00e4uft bisweilen sehr spannend und abwechslungsreich. 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